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KSS II-03-03 Schuldiener in Apfelstädt

III. Von der Kirche und den Schulen zu Apfelstedt

§. 4. Von denen Schuldienern daselbst

Von denen Schulmeistern allhier stehen folgende in der Ichtershäußer Superint. Matricul:

  1. Valentin Kinderschul.
  2. Martinus Vulpius.
  3. Heinrich Brühl ist Schulmeister gewesen von 1575. bis 1590.
  4. Johann Stötzinger, kommt von Eischleben anher 1591. starb 1593.
  5. Johann Peßler starb 1599.
  6. David Dantz[1], Erfurtanus, Ludiminister, vir satis simplex, pius, modestus & eruditus, uti istum vocat Dominus M. Alcon, incepit 1599, debitum naturæ persolvit d. 12. Jan. 1613 DaVID Tantz Deo CarVs obIIt.
  7. Johann Carolus kam zum Schuldienst 1613. starb an der Pest den 19. Oct. 1626.
  8. Johann Fiedler tritt den Schuldienst an 1626. starb 1638.
  9. Sebastian Knauth[2] kam 1638. anher zum Schuldienst, und wurde ihm in seinem Alter der Sohn, so Schulmeister zu Hochheim bey Gotha war, substituiret 1680, starb allhier den 28. Aug. 1684, war bey 46 Jahr Schulmeister.
  10. Johann Sebastian Knauth, S.S. Theol. Cultor, war gebohren 1639. wurde Schulmeister zu Gamstedt 1663, dann zu Hochheim bey Gotha, kam von dar 1680. anher, und wurde seinem alten Vater substituiret, starb allhier den 2. Martii 1699, nachdem er bey die 29 Jahr Schulmeister gewesen.
  11. Johann Nicolaus Bodinus, von Liebenstein, wurde anfangs Schulmeister zu Bittstett, dann zu Holtzhausen, von dar anhero befördert 1699. M. April, starb aber 5 Viertel Jahr darnach, nemlich den 12. Jan. 1700.
  12. Georg Adam Bodinus[3], des vorigen Bruder, wurde von Neurode anhero befördert 1700. Mens. Augusti starb den 27. Junii 1705.
  13. Georg Christian Bodinus, Georg Adam Bodini Sohn, kam nach seines Vaters Tode anher als ein Primaner aus dem Gothaischen Gymnasio Mens. Octobr. 1705, starb an einem Fieber den 31. Aug. 1707.
  14. Johann Michael Büchner, von Remstedt, hiebevor gewesener Schulmeister zu Rödigen, einem Filial von Friedrichroda, kam anher M. Decembr. 1714 [wohl 1707]. Siehe ein mehreres von ihm P. II. dieser Samml. 2. St. p. 84.
  15. Johann Heinrich Weitz, war gebohren zu Tambach Sein Vater, Valentin, war Wasser= und Mühlmeister zu Georgenthal, wohin er sich begeben wegen des großen Brandes in Tambach. Der Sohn wurde 1702. Schulmeister in Gossel, kam anher 1714. M. Dec. heyrathete Evam von Saale, aus Friemar, starb allhier 1738. M. Sept.
  16. Johann Christian Friedrich Weitz, ein Sohn des vorigen, gebohren zu Gossel, ward seinem Vater beygesetzet im Oct. 1736, nach seinem Tode, so im Oct. 1738. erfolgte, bekam er das völlige Dienst.

Die Schulmeisters=Wohnung hat 2 Stockwerck, 2 Stuben, 3 Kammern, 1 Boden, Küche, 2 schlechte Keller, 1 Scheure, nöthige Stallung, 1 Küch=Gärtlein am Hofe und eines dergleichen zwischen der Kirche und der Pfarr=Wohnung. Vor dem Hause stehet ein Ziehbrunn.

In der Ichtershäußer Superint. Matricul stehet folgende Nachricht von denen Organisten allhier, welche anfangs Cantores hiessen.

  1. Johann Nicol Schmidt von 1509, da zuerst das alte Orgelwerck aus einer Päbstischen Kirche zu Erfurth vor 70 fl. anhero gekaufft worden.
  2. Jeremias Herrenwurst von 1591. bis 1592.
  3. David Dantz von 1593. bis 1596, ist danach Schulmeister worden.
  4. Wolffgang Funck bis 1599.
  5. David Thiem
  6. Nicol Hopff starb allhier an der Pest 1628.
  7. Elias Armster
  8. Paulus Becke von 1647. bis 1651, wurde sodann Organist zu Ohrdruff. Sein Sohn, Johann Paul Beck, wurde Mägdleins=Schulmeister in Zella.
  9. Christoph Schmehling kam anhero 1651, starb allhier den 21. Julii 1652.
  10. Matthias Krumbholtz[4], 1652, resignirte aber aus Ungedult über die Gothaische Schul=Methode und ordentliche Examina, und wurde Organist zu Langenelxleben an der Gera.
  11. Heinr. Grobe, gebohren zu Ichtershausen 1658, allwo sein Vater, Eberhard, Hofmeister war. Anfangs war er 4 Jahr Organist zu Ingersleben, dann 1680. zu Apffelstädt.
  12. Just Großgebauer, von Apffelstädt, kam von Töttelstedt anhero 1685, und starb allhier den 17. Dec. 1700.
  13. Johann Schaaf, von Eischleben, kam von Bittstedt anhero 1701, wurde 1711. nach Thörey
  14. Johann Ernst Schüttwürffel[5], von Eischleben, kam von Eischleben, wo er Organist gewesen, anher zum Organisten=Dienst 1711.
  15. Johann Martin Hartung.

Die Organisten=Wohnung bestehet in 2 Stockwercken, hat 2 Stuben, 4 Kammern, 1 Küche, Keller, Boden, it. Scheure und nöthige Stallung, benebst einem Küch=Gärtlein, worinnen ein Ziehbrunnen ist.

[1] 1596. wurde er Schulmeister zu Kornhochheim

[2] Sebastian Knauth war zu Seebergen 1614. gebohren. Sein Vater hieß Nicolaus, und die Mutter war Cyriax Weidens Tochter. Er frequentirte die Schule zu Gotha, Erfurt und Arnstadt, wurde mit Gewalt zum Schwedischen Soldaten gemacht, kam wieder los, wurde Schulmeister in Wöppfra, heyrathete 1635. und kam eodem anno nach Apfelstedt, und hat sein Leben, bey damaligen Kriegszeiten, in grosser Kümmernis und Noth zugebracht.

[3] Ein Sohn Christoph Wilhelm Bodini, Schulmeisters zu Liebenstein, gebohren 1662, wurde anfangs Schulmeister zu Rippersroda, dann zu Neuroda und endlich zu Apfelstedt.

[4] Er war gebohren zu Ohrdruff 1633. allwo sein Vater, Christoph, ein Bürger und Schneider war, und seine Mutter hieß Martha Fischerin. Er wurde Organist zu Apfelstedt 1650,        dann zu Ernstroda, hierauf, nach des Organisti Schmehlings Tod, kam er wieder dahin nach Apfelstedt.

[5] Er ist zu Ichtershausen gebohren 1678., allwo sein Vater, Nicolaus, damals Organist war, und seine Mutter hieß Dorothea Gerlachin. A. 1708. wurde er Organist zu Eischleben, und 1711. zu Apfelstedt.

Auszug aus: Brückner, Johann Georg: „Sammlung verschiedener Nachrichten zu einer Beschreibungen des Kirchen- und Schulenstaats im Hertzogthum Gotha“, II. Theil, Drittes Stück, Gotha, in Commißion bey Christian Mevius, 1758


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