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Schuldiener in Cobstädt

KSS-II-II-III-Cobstädt
Von der Kirche und Schule zu Cobstedt

III. Von der Kirche und Schule zu Cobstedt

§. 4.Von der dasigen Schule und deren Dienern.

 

 

Von den Schuldienern nach der Reformation Lutheri hat man keine Nachricht bis auf

  1. Johann Walther, welcher anfangs von 1631. Schulmeister zu Groß⸗Rettbach, dann A. 1636. Schulmeister zu Cobstedt und endlich 1639. Pfarrer hierselbst worden ist. Ihm folgte im Schul⸗Amte zu Cobstedt
  2. Christoph Reichenbach, bis 1656. Dann kam an seine Stelle
  3. Theodoricus Wächter, gebohren zu Erfurt 1633, allwo sein Vater, Johannes, ein Sägenschmidt war, seine Mutter hieß Sybilla Häusserin. Er wurde 1654. Schulmeister in Eschenberga, heyrathete Jungfer Susanna Franckensteinin, kam 1656. zum Schuldienst nach Cobstedt und 1657. zu Siebleben, discessirt cum ignominia Matric. Molschl.
  4. Johann Reibstein, von Sättelstedt bürtig, kam hieher nach Cobstedt als Schulmeister A. 1657, von dar nach Emmleben 1659. Ein mehreres stehet von ihm unter den Schuldienern zu Kleinfahner.
  5. Michael Lindemann zu Gotha gebohren 1604. Er wurde Schulmeister zu Cobstedt 1660. Ein mehreres von ihm kommt vor unter den Schuldienern zu Aspach. Er hat einen Sohn gezeuget, so ein Metzger gewesen, und noch vor wenig Jahren in Erfurt gewohnet hat. Diesem ist gefolget
  6. Johann Georg Meder, ein Sohn Johann Meders, Aeltesten hieselbst, welchen er gezeuget A. 1646. Zu erst ist er A. 1659. zu Tröchtelborn, einem Erfurtischem Dorff, ins Schul⸗Amt gekommen, und A. 1675. ist er zum Schul⸗Dienst hiher beruffen worden. Seine erste Ehefrau ist gewesen, Maria Lämmerhirtin, aus Sonneborn, des damaligen Praeceptoris daselbst Tochter, mit welcher er 2 Töchter und 2 Söhne gezeuget, deren ältester Johann Salomon, Cantor in Stotternheim, und der andere Schulmeister in Zimmern supra gewesen sind. Zum andernmahl hat sich gedachter Meder mit einer Pfarr⸗Wittbe aus der Ruhl verehlicht, aber keine Kinder mit derselben gezeuget. Zum 3tenmahl hat er sich mit Jgfr. Christina Callenbergin, eines Schuldieners Tochter aus Ballstedt, verehelicht, und mit ihr gezeuget 2 Söhne und eine Tochter, davon der älteste in der Jugend gestorben, der andere aber, Georg Christoph, anjetzo Schuldiener zu Pfertingsleben ist. Die Tochter ist noch nicht verheyrathet und heisset Barbara Sophia. Dieser Meder starb 1729. den Sonnabend Dom. Judica, war alt 85 Jahr, dessen Eheweib aber ist nach der Zeit in Pfertingsleben bey ihrem Sohn gestorben. Acht Jahre vor seinem Tode wurde
  7. Johann Georg Rudolph, aus Hohenkirchen, demselben substituiret, welches geschehen 1721. Dieser verheyrathete sich A. 1723. mit Jungfer Barbara Elisabethen Birckelin, Johann Michael Birckels, gewesenen Schuldieners in Schönau, eintzigen Tochter, und zeugte einen Sohn mit derselben, die Mutter aber starb den 4ten Tag nach der Geburt, der Sohn aber, Jeremias Andreas, in dem 12ten Jahr seines Alters. Hierauf verehelichte er sich zum andernmahl mit Jungfer Anna Maria Kautzin, Johann Michael Kautzens, Inwohners in Cobstedt, einigen Tochter erster Ehe. Er hat mit ihr gezeuget zwey Töchter. Die älteste, Martha Maria, hat sich 1751. verehelicht mit Johann Caspar Berles, Schuldiener zu Tröchtelborn; die andere aber 1756 mit Johann Christoph Gießler, Volckmar Gießlers allhier ältesten Sohn. Der Schuldiener Rudolph starb am 27. Sept. 1757 im 64. Jahr seines Alters; und ihm folgte
  8. Georg Fischer, bisheriger 29jähriger Schuldiener zu Hallungen. Er tath die Probe zu Cobstedt am XXI. p. Trinit. 1757.

Auszug aus: BRÜCKNER, Johann Georg: „Sammlung verschiedener Nachrichten zu einer Beschreibungen des Kirchen- und Schulenstaats im Hertzogthum Gotha“, II.Theil, Erstes Stück, Gotha, in Commißion bey Christian Mevius, 1758

Sammlung verschiedener Nachhrichten zu einer Beschreibung des Kirchen- und Schulenstaates im Hertzogthum Gotha
Sammlung verschiedener Nachhrichten zu einer Beschreibung des Kirchen- und Schulenstaates im Hertzogthum Gotha