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Schuldiener in Emleben

Auszug aus: BRÜCKNER, Johann Georg: „Sammlung verschiedener Nachrichten zu einer Beschreibungen des Kirchen- und Schulenstaats im Hertzogthum Gotha“, II. Theil, Siebentes Stück, Gotha, in Commißion bey Christian Mevius, 1758

Von der Kirche und Schule zu Emleben.

§. 4.

Deren Schuldiener zu Emleben sind gegenwärtig zwey, deren ersterer Cantor heißt und die Knaben zu informiren, der andere aber Organist genennet wird und die Mägdlein zu unterweisen hat. In vorigen Zeiten waren derer bald einer, bald zwey in dasigem Schuldienst. Die Namen derselben sind folgende:

  1. Johann Eckolt. In welchem Jahre er Schulmeister in Emleben worden, kan man nicht angeben. In einem Geschoß⸗Buch stehet, daß 1598. durch die Vormundschaft mit dem Schulmeister, Johann Eckolten, dahin gehandelt worden, daß jährlich auf Michaelis ihm 6 fl. zu theuer und wohlfeiler Zeit für die ihm geordnete 2 Malter Korn gegeben und bezahlet werden sollen.
  2. Martin Büchner, ist daselbst 1610. bey damaligen Sterben verschieden, laut Matric. Ohrdruff.
  3. Michael Thilo, ist von Eckardsleben hieher gekommen und hat den 12. Jan. 1612. die Gemendeschreiberey und den Schuldienst übernommen. Dessen Sohn, M. Bernhard Thilo, ist hinter Leipzig zu Röra, einem unter denen von Schulenburg gehörigen Ort, Pfarrer worden. Der Schulmeister Thilo, starb den 5. October 1635. an der Pest, und in eben demselben Jahre sein Weib und 3 Töchter. Bey Lebzeiten dieses Schulmeisters Thilo sind die beyden folgenden zu Schuldienern worden.
  4. Andreas Goldhorn, war von Mühlhaußen bürtig und ein Schüler zu Ohrdruff, und wurde den 23. Febr. 1632. zum hiesigen Schuldienst beruffen. A. 1633. im October hat er den Schuldienst niedergeleget, sich auf die Universität Jena begeben und ist hierauf Rector zu Sultza worden.
  5. Johann Christoph Weitz folgte 1633. dem vorigen und starb 1635. den 8. November an der Pest, und kurtz darauf 4 Söhne und 2 Töchter.
  6. Sebastian Rasemann hat 1636. den hiesigen Schuldienst angetreten, in eben demselben Jahre sich mit des ehemaligen Schuldieners Thilo Tochter, Namens Margaretha, trauen lassen und 3 Söhne mit ihr gezeuget, und ist 1641. verstorben.
  7. Georg Haun ist 1641 hieselbst zum Schulmeister angenommen und nach etlichen Jahren abgedanckt worden. A. 1654 hat man ihn zum Mägdleins-Schulmeister angenommen, dergestalt, daß er von jedem Mägdlein 3 pf. und von der Gemeinde ein Pferd frohnfrey haben sollte, und sind also zu der Zeit 2, nemlich ein Knaben- und eine Mägdleins-Schulmeister gewesen. Dieser Haun ist 1675. verstorben und seine Tochter Christina, hat die Mägdleins-Schule bis 1678 fortgeführt, da solche mit der Knaben-Schule unter Johann Heinrich Wolffen wieder vereiniget worden. Die Christina Haunin aber hat sich 1677. mit Hanß Francken copuliren lassen.
  8. Christoph Eisentraut, war zu Ohrdruff den 5. Mart. 1628. gebohren. Sein Vater war Hans Eisentraut, ein Steiger. Er wurde 1646. zum Schuldienst zu Emleben, 1657. zu Remstedt und 1666. nach Meckfeld beruffen. Matric. Ichtershus. A. 1648. hat er sich mit Jacob Seldners zu Eccardsleben Tochter in Ehestand begeben.
  9. Heinrich Weyda ist 1657. Schulmeister hieselbst, wie auch Organist und Gemeinschreiber, und 1659. nach Eschenberga translociret worden.
  10. Johann Reibstein kommt 1659. an des vorigen Stelle und 1678. nach Schwabhaussen, dann nach Ellrichen am Berge, und endlich 1689. nach Kleinfahnern.
  11. Johann Heinrich Wolff, wurde von dem Schwabhäußer Schuldienst hieher versetzt 1678. und bekam die Knaben⸗ und Mägdleins⸗Schule zusammen.
  12. Isaac Armsdorff, zu Mühlberg gebohren den 17. April 1661., allwo sein Vater, Christoph Armsdorff, Kirchen⸗Inspector war und seine Mutter hieß Augusta Klöpffelin. Er lernte die Organisten⸗Kunst bey seinem Bruder, Christian Armsdorff, zu Remstedt, wurde 1682. Schuldiener zu Gleichenberge im Römhildischen und nach einem halben Jahr zu Emleben. A. 1683. ist er mit J. Margaretha, des Schultheissens zu Remstedt, Hans Böhmens, Tochter, ehelich getrauet worden und 1731. den 23. October verstorben. Er hinterließ 3 Söhne, deren einer Pfarrer zu Riechheim, im Cranichfeldischen, der andere ein Mahler und der dritte, Johann Matthes, ihm substituiret worden ist.
  13. Johann Matthes Armsdorff, ein Sohn des vorigen, gebohren den 1. Dec. 1696., wurde, wie gedacht, seinem Vater 1728. substituiret. Nach Seniors Tod, da man die Knaben⸗ und Mägdleins⸗Schule wieder separiret, ist jene dem bisherigen Substituto, unter dem Prädicat des Cantoris, diese aber einem andern, unter dem Prädicat eines Organisten 1732. überlassen, und die bisherige Besoldung getheilet worden. Er ist A. 1750. gestorben und hat eine Wittbe, und zwei Söhne hinterlassen.
  14. Johann Elias Frischmuth, von Petriroda bürtig, war anfangs Cantor zu Ingelfingen, dann 1732. Mägdleins⸗Schulmeister und Organist zu Emleben und wird 1736. nach Schwabhaußen translociret.
  15. Johann Ludwig Pabst, von Ohrdruff bürtig, ist 1736. zum Organisten und Mägdleins⸗Schulmeister hieselbst angenommen worden und ist noch allda. Wurde 1755. zum Cantor ernennet.
  16. Johann Bartholomäus Wolff, wird an Armsdorffs Stelle Cantor und 1755. Pfarr⸗Substitut.
  17. Johann Andreas Armsdorff, obigen Johann Mattheus Armsdorffs ältester Sohn, hat von A. 1755. bis 1759. die Knaben informiret und die Organisten⸗Stelle versehen, bis er 1759. würcklich zum Mägdleins⸗Schulmeister und Organisten bestellt worden.


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