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Schuldiener in Ingersleben

Auszug aus: BRÜCKNER, Johann Georg: „Sammlung verschiedener Nachrichten zu einer Beschreibungen des Kirchen- und Schulenstaats im Hertzogthum Gotha“, II. Theil, Sechstes Stück, Gotha, in Commißion bey Christian Mevius, 1759

§. 4. Von der dasigen Schule und deren Dienern.

Von den Schuldienern zu Ingersleben sind folgende bekannt worden:

  1. Peter Kürschner. Er ist aus dem Closter zu Ichtershaußen hieher kommen, und hat 1525., unter dem Peter Keulen, schon im Pabstthum gedienet. Hernach ist er, weil er mit dem Pfarr Wurtzwey nicht verträglich gelebet, auch sonst zur Schule gantz untüchtig gewesen, seines Dienstes entsetzet worden.
  2. Jacob Bubmann, aus Bayern gebürtig, ist von Schwartzhausen hieher gesetzet worden an Peter Kürschners Stelle.
  3. Johann Anspach, von Ohrdruff, wo er durch Entsetzung eines anderen wieder einen Schuldienst erlanget hat.
  4. Georg Dreuning, von Arnstadt, ist hernach zu Ottenhaußen Pfarrer worden.
  5. Johann Schramm, von Ohrdruff, dieser ist nach Enturlaubung wieder nach Ohrdruff gezogen.
  6. Petrus Hartung, von Ohrdruff, ist auch wieder nach Ohrdruff gezogen.
  7. Johann Apel, von Ohrdruff, diese fünff Schulmeister sind zur Zeit Hrn. Johann Andreä, sonst Müller genannt, hier gewesen, und wegen Zanck ihres Pfarrers, da sie sich nicht mit ihm, oder er vielmehr mit ihnen nicht vertragen können, abgesetzet worden.
  8. Abraham Schmidt, von Sültzenbrück, ist zur Zeit Bartholomäi Gernhards hier gewesen, und 1581. nach Wandersleben versetzet worden, wo er den 6ten May 1587. verstorben.
  9. Johann Glaß, von Wechmar, ist von Wandersleben, wo er 2 Jahr Schuldiener gewesen, hieher beruffen worden. Endlich ist er A. 1583. den 9. Julii Pfarrer zu Aschera worden.
  10. Sebastian Lanius, von Burgtonna, ist 8 Jahr Schuldiener allhier gewesen, und hernach Hrn. Johann Dresseln im Pfarramte hieselbst substituiret worden.
  11. Petrus Keul ist von Ohrdruff, wo er Collaborator scholæ gewesen, hieher gesetzet worden. Er hat seinen Dienst 7 ½ Jahr verwaltet, und ist den 18. April 1605. begraben worden.
  12. Heinrich Stengel, ist von Wechmar, wo er 8 Jahr Cantor gewesen, 1605. hieher beruffen worden. Wegen Unvermögens ist er entsetzet worden, und hernach zu Erfurt 1638. den 15. April gestorben.
  13. Laurentius Starckloff, von Sültzenbrück, gewesener Schuldiener zu Schwabhaußen, ist obigen substituiret worden. Als er wegen der damahligen Krieges⸗Unruhe allhier sich nicht länger erhalten können, ist er A. 1639. gen Ichtershaußen gezogen. Unterdessen hat diesen Schuldienst ein Einwohner und Leinweber allhier, Nahmens Matthias Röder, interims-weise verrichtet.
  14. Michael Mechold, ist A. 1641. auf Ostern hieher gezogen, und, wegen damahligen geringen Einkommens, länger nicht als bis Advent verblieben.
  15. Dietrich Wächter, von Hochdorff, ist Ostern 1642. zum Schulmeister beruffen worden, welcher auch der Jugend bis 1658. getreu vorgestanden, da er denn mit einigen der Gemeinde Vorsteher den 3. Oct. zu Frienstedt gewesen, und allda die Fürstl. Steuern obligiren wollen. Es haben aber einige Frienstedter einen blutigen Anschlag, ohne einige Ursach, um nur das Steuer⸗Register ihnen, den Gemeinde⸗Vorstehern, zu entreissen, wieder sie gemacht, und auf dem Heimwege besagten Schulmeister, tempore vespertino, auf der Straße, Ehrhardt Negelin aber, seinen Gefehrden, in des Schützens Hause erwürget.Die Thäter sind flüchtig worden, haben aber im Erfurtischen Gebiethe A. 1683. noch gelebet. Er hinterließ einen Sohn, Nahmens Christoph Heinrich, so Pfarrer in Trügleben worden.
  16. Hieronymus Francke, von Wandersleben, ist zum Schuldiener 1658. Dom. XXII. p. Trinit. angenommen worden und 1673. den 27. Martii verstorben[1].
  17. Andreas Schmidt, von Erfurt, gewesener Schuldiener zu Bindersleben, ist 1673. zum Schulmeister hieher beruffen worden. A. 1679. ist er nach Unterwillingen versetzet, und der dasige Schuldiener,
  18. Johann Göring, justas ob causas, hieher zum Schuldiener verordnet worden, welcher 1684. verstorben.
  19. Johann Jacob, eines hiesigen Nachbars Sohn, kam an seine Stelle, und wurde 1688. Martini zum Schuldiener nach Ermstedt beruffen.
  20. Johann Just Noth, wurde Schuldiener 1688. bekam Johann Andreas Francken von Günthersleben 1740. zum Substituten, und nachdem dieser 1748. verstorben, erhielte er zum anderweitigen Substituten Johann Christian Bodinum von Pfertingsleben, starb selig 1749.
  21. Johann Christian Bodinus, ein Sohn des ohnlängst verstorbenen Cantoris Bodini zu Friemar, succedirte im Schuldienst und starb den 19. Januarii 1758.
  22. Bernhard Christoph Reinhard, eines hiesigen Freysaßens Sohn, und bisheriger Schuldiener in dem Chur⸗Sächsischen Dorffe Nöda, hat Dom. Quasimodogeniti seine Probe abgeleget und den 26. April 1758. seine Vocation zu den hiesigen Schuldienste erhalten.

 

[1] A. 1671. wurde Conrad Hartmann Organist zu Ingersleben, A. 1676. nach Frienstedt und 1677. nach Grabsleben translociret. Ein mehreres stehet von ihm unter den Schuldienern zu Grabsleben. It. vor ihm war Organist daselbst von 1666. bis 1669. Joh. Georg Meder, der als Schulmeister zu Cobstedt 1729. verstorben. vid. P. II. dieser Samml. 1. St. p. 32


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