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KSS II-01-02 Schuldiener in Zella St. Blasii

II. Von den Kirchen und Schulen zu Zella St. Blasii

§. 4. Von den Schulen allda un deren Dienern.

Von den Schulbedienten zu Zella werden in der Ichtershäusser Superint. Matricul folgende namhaft gemacht, und zwar in der Knaben=Schule.

  1. Hanß Caspar Bauschert.
  2. N. Gruber.
  3. Valentin Christ ist daselbst A. 1631.
  4. Wolffgang Reiff, Cantor zu Zella, ist zu Themar 1624. gebohren. Sein Vater hieß Georg Reiff und seine Mutter Agnes Schieckin. A. 1630. sind ihm seine Eltern an der Pest gestorben, A. 1634. hat er sich, weil grosser Hunger im Lande, nach Arnstadt gewendet, ist daselbst 5 Jahre und zu Langensalza 3 Jahre in die Schule und Chorum Musicum, A. 1640. aber nach Nürnberg begeben und allda bey einem vornehmen Edelmann als Paedagogus sich gebrauchen lassen. A. 1642. ist er auf die Universität Altorff gegangen, und hat sich 2 Jahr allda aufgehalten. A. 1644. ist er nach Themar zum Cantorat beruffen worden, weil aber die Kayserl. Völcker die Stadt gantz ruiniret, also, daß er sich 19 Wochen mit seinem Weibe kümmerlich zu Hildburghausen und Schleusingen hinbringen müssen, ist er endlich von den Herren Geistlichen zu Themar an Hrn. Rector Reyher nach Gotha per litteras recommendirt und, auf dessen Vorspruch, Cantor zu Zella worden A. 1646. Matric. Ichtershus.
  5. Jacob Helbach, stirbt den 24. Martii 1693.
  6. Georg Wedel, gebohren zu Tambach 29. Aug. 1663. Sein Vater, Hanß Wedel, war ein Zimmermann und seine Mutter hieß Martha Dufftin. Er wurde Cantor und Knaben=Schulmeister zu Zella 1693. Er heyrathete Hrn. Joh. Caspar Rauschens, Med. D. zu Gotha, Tochter, Jungfer Margaretha Elisabetha, welche ihm 3 Söhne gebohren, deren einer Johann Ludwig, als Pfarrer zu Cobstedt verstorben, der andere seinem Vater succediret und der dritte Mägdleins=Schuldiener in Zella ist.
  7. Johann Georg Wedel, des vorigen Sohn, wird Cantor nach seines seel. Vaters Tode.

Des Cantoris Wohnung, die er frey hat bestehet in 2 Stuben, in deren unteren die Schule gehalten wird, 4 Cammern, nebst Boden und Stallung.

Bey der Mägdeleins=Schule zu Zella, sind, nach der Matricula Ichtershus. als Lehrer gestanden und zugleich Organisten gewesen.

  1. Johann Paul Beck, zu Apfelstedt gebohren 1638. Sein Vater war Paul Beck, Schulmeister daselbst und nachhero Organist zu Ohrdruff. Nachdem er von senem Vater fleißig zu Schule gehalten und in der Organisten=Kunst wohl informiret worden, hat er sich nach Braunschweig begeben, um seine Studiis ferner obzuliegen, aber wegen Kranckheit bals zurückkehren müssen. A. 1687 ist er, da der alte Organist und Schulmeister zu Zella seinen Dienst, Alters wegen, aufgegeben, an dessen Stelle zum Organisten und Mägdleins=Schulmeister beruffen worden. Ihm ist gefolgt
  2. Johann Friedrich Zahn, und diesem
  3. Zacharias Albrecht, ums Jahr 1672.
  4. Johann Schmidt, gebohren zu Remstedt 1674. 16. Dec. Sein Vater war Meister Philipp Schmidt, Becker daselbst und seine Mutter Barbara Madelungin. A. 1694. 6. Jan. wurde er Organist und Mägdleins=Schulmeister zu Zella. Sein Sohn, Herr Joh. Jacob Schmidt, Jur. Cand. Succedirte ihm im Organisten=Dienst, im Schul=Dienst aber
  5. Johan Heinrich Wedel, ein Sohn des Cantoris, Georg Wedels, wir Schul=Diener zu Zella 1746.

Auszug aus Brückner, Johann Georg:  „Sammlung verschiedener Nachrichten zu einer Beschreibungen des Kirchen- und Schulenstaats im Hertzogthum Gotha, II. Theil, Erstes Stück, Gotha, in Commißion bey Christian Mevius, 1758


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