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KSS II-03-02 Schuldiener in Döllstädt

§. 4. die Schuldiener zu Döllstädt betreffend.

Von den Schulmeistern in Döllstedt, deren der erste Cantor, der andere Organist heißt, sind folgende aus dem Döllstedter Pfarr⸗Buch und sonsten bekannt worden:

  1. Joachim Kirchner. Er war Schulmeister allda im Jahr 1533, als in welchem er einen Sohn, Namens Timotheus Kirchner, mit seiner Ehefrau, einer gebohrnen Kämmerern, gezeuget, der hernach Pfarrer zu Dachwich und Herbsleben, Professor theologiæ zu Jena, General-Superintendent zu Wolfenbüttel und Professor theol. zu Helmstedt, dann zu Heydelberg und endlich General-Superintendens zu Weimar worden ist.
  2. Johann Möbius, ein Sohn des Pfarrers zu Döllstedt gleiches Namens, ist daselbst 1569, wird Diaconus zu Tonna und Pfarrer zu Döllstedt 1597, starb 1610.
  3. Johann Seuberlich, von Cölleda gebürtig, war ums Jahr 1599. Schulmeister zu Döllstedt, allwo er mit seiner Ehefrau, Catharina, des Gerichtsschöpffs zu Döllstedt Christoph Hohefels Tochter, im gedachten Jahr einen Sohn gezeuget, Namens Jeremias, so hernach Magister Philosopiæ, Diaconus zu Ohrdruff, Pfarrer zu Emleben, dann Adjunctus und endlich Superintendens zu Tonna worden. Er, der Johannes Seuberlich, wurde von seinem Döllstedter Schuldienst, A. 1606, weil er ein gelehrter Mann war, zur Hof⸗Prædicatur nach Ohrdruff, und 1609. zum Pfarramt nach Pfertingsleben beruffen, allwo er A. 1641. verstorben. Er hinterließ, ausser obigen, noch einen Sohn, Namens Lorentz Seuberlich, so nach seinem Tode, in den damaligen trübseligen Zeiten, die Gemeine zu Pfertingsleben mit Lehren und Predigen versehen, und hernach Pfarrer in Bienstedt worden, des Pfarrer Johann Seuberlichs Bruder, Jeremias Seuberlich, war Pfarrer in Burgtonna.
  4. Johann Seidenzagel war Cantor allda 1580. bis 1602. allda.
  5. Melchior Mengewein, der hernach als Pfarrer nach Bienstedt translocirt wurde, Cantor ward, welchen
  6. Andreas Möller, bisheriger Cantor zu Wegmar, als Cantor gefolget ist.
  7. Johann Ludwig kam hieher A. 1606, wurde von dar zum Pfarramte nach Eccardsleben und von dar nach Aschara beruffen.
  8. Ludwig Popo succedirte dem vorigen, wurde 1618. Diaconus zu Gräfentonna, und 1625. Pfarrer zu Burgtonna. Ein mehreres stehet von ihm unter den Pfarrern zu Burgtonna, P. I. VIII. St. dieser Samml. p. 59. 60.
  9. Simon Schmidt, folgte obigem und war 1608. Schuldiener in Burgtonna. Nach diesem kam
  10. Christoph Stöhr, und ward wieder entsetzt, welchem succedirte
  11. Nicolaus Rosen, der 1634. seinen Dienst niederlegte, und überkam sein Amt
  12. Franc. König, der von Dachwig hieher befördert wurde um Ostern 1634. und hieselbst verstarb. Hierauf trat wieder in seinen Dienst
  13. Christoph Stöhr, da endlich das Dorff, Kirchen⸗ und Schuldienst, wegen des Kriegswesens, zu Grund und Boden gegangen. Er starb 1643. Bey solcher Verwüstung ist das Dienst, was in der Kirchen das Lesen, Singen, Läuten, und Seigerstellen bestrifft, ohne Schulhalten, versehen worden durch
  14. Christoph Grase, damaligen Cantorem (NB. der Cantor war damals unter dem Schulmeister, heute zu Tage heißt insgemein der obere Schuldiener Cantor, und der untere Organist) der es versehen bis 1645. da es, weil er erkrancket, die Gemeine übergeben an
  15. Volckmar Han, welcher zu Döllstedt 1612. gebohren, dessen Vater, ihm gleiches Namens, ein Einwohner allda, und seine Mutter hieß Martha Glaubergerin, Er zeugte 5 Söhne und 4 Töchter, besage Döllst. Pfarrbuch. Dieser vorigen beyden Besoldung war jährlich 4 thlr., welche die Leute untereinander gaben, wie auch damals die wenige Pfarr⸗Besoldung. Als die Gemeine dem letzteren ein mehreres nicht geben wollte, danckte er ab, und
  16. Christoph Medel nahm 1646. solchen Dienst an. Und als dieser auch nicht lange dabey bleiben wollte, wurde es Volckmar Hanen 1647. wieder aufgetragen. Er muß es aber auch nicht lange behalten haben, immassen
  17. Christoph Fabricius 1648. Dom. Trinitatis die Probe hieselbst gesungen und das Schuldienst, wiewohl bey noch geringer Besoldung, angenommen, aber annoch in eben demselbigen Jahre zu Wartza verstorben ist. Ein mehreres von ihm stehet unter den Schuldienern zu Wartza. Ihm folgte
  18. Elias Armster, oder Armsdorff, 1649. zeugte mit seinem Weibe einen Sohn, Johann Elias, und zwey Töchter, Sabina und Anna Catharina, er wurde aber seines Dienstes 1655. verlustig, gelangte hierauf zum Schuldienst zu Henschleben, und kam an seine Stelle
  19. Andreas Lauer 1655., ließ mit seinem Weibe Elisabetha daselbst 3 Söhne, Conrad Caspar, Samuel Michael, und Johann Ernst tauffen, und starb 1675. Ihm succedirte
  20. Lorentz Böhm
  21. Johann Georg Petrovius heißt in den Visitations-Actis 1697. Schulmeister und
  22. Johann Krafft in eben demselben 1697sten Jahre Cantor, und so heißt er noch in Visitations-Actis 1709. Er hinterließ einen Sohn, der theologiam studirt hat.
  23. Johann Hieron. Rudolph ist eben in diesem 1709ten Jahr Organist, stirbt 1751.
  24. Christian Franciscus Höpffner ist Cantor allda und stirbt 1750.
  25. Johann Michael Sieffart wurde 1748. Schul⸗Substitut des alten Organisten Rudolphs daselbst, dann 1751, nach des alten Ableben, würcklicher Organist, und 1754. Kirchner und Mägdleins⸗Schuldiener zu Gräfentonna
  26. Johann Michael Malsch, wird Cantor und Ober⸗Schuldiener hierselbst 1750.
  27. Johann Caspar Schultz, vom Remstedt gebürtig, wurde 1754. Substitut des alten Kirchners und Mägdlein⸗Schulmeisters zu Tonna und, nach dessen Ableben, eodem anno Organist und Schuldiener zu Döllstedt.

Auszug aus Brückner, Johann Georg: „Sammlung verschiedener Nachrichten zu einer Beschreibungen des Kirchen- und Schulenstaats im Hertzogthum Gotha“, II. Theil, Erstes Stück, Gotha, in Commißion bey Christian Mevius, 1758,