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KSS II-11-03 Schuldiener in Hohenkirchen

III. Von der Kirche und Schule zu Hohenkirchen.

§. 4. Von den dasigen Schuldienern

Nach denen Pfarrern, will ich auch die Schuldiener in Hohenkirchen beyfügen. Es sind folgende:

  1. Nicolaus Wippert ist 1620. alhier Schuldiener gewesen.
  2. Johann Geyersbach, kam von Altenberga hieher A. 1635. und von hier 1639. nach Ulleben und endlich 1645. wieder nach Altenberga, allwo er noch 1680. seines Dienstes verlustig worden. Ein mehreres von ihm siehe P. I. dieser Samml. 1. St. p. 30.
  3. Johann Ellrich. Er heist in den Visitations-Actis 1647. Schulmeister zu Hohenkirchen und Herrnhof. Man hatte auch einen besonderen Organisten daselbst angenommen, und ihm 30 fl. 6 Mltr. Korn zur Besoldung gegeben, der zugleich die Schul=Kinder zu Herrnhof informiren mußte, und einige Zeit daselbst gewohnet hat. Weil aber noch kein besonderes Schulhauß in Herrnhof errichtet war, zog er wieder nach Hohenkirchen. Die Hohenkirchner Gemeinde beschwehrte sich bey der Visitation, daß sie den Organisten ein Jahr her alleine besolden müßten, und baten, daß die Herrnhöfer zum dritten Theil angehalten würden. Diese weigerten sich dessen, wollten ihren dritten Theil zum Schulbau in Herrnhof, welcher bisher, wegen der Kriegs=Zeit, unterblieben, anwenden, beschwehrten sich anbey über den Organisten, daß er ohne Abdanckung von ihnen abgezogen. Die Visitatores gaben zur Resolution: Es sollte ferner vorgetragen werden, was vor Mittel zur Erhaltung des Schulmeisters zu Herrnhof ausfindig zu machen, daß ein eigener daselbst seyn möchte. Obigen Ellrichs Sohn und Enckel sind Schulmeister zu Petriroda worden.
  4. Johann Gänsehals, war zu Waltershaußen den 27. Jul. 1622. gebohren. Sein Vater hieß Wolffgang, und seine Mutter Elisabetha Schreiberin. Er frequentirte die Schule in seiner Vaterstadt und 1637. zu Gotha, allwo er 4 Jahre zugebracht. Weil aber seine Eltern durch den damahligen großen Brand in Waltershaußen sehr verarmet, so gieng er nach Osteroda, allwo er ein gantzes Jahr des chori musici præfectur in den beyden Kirchen versehen, nachhero durch Hrn. Capellmeister Stephan Körner zum Baßisten in der Braunschweiger Capelle befördert worden, welche Stelle er auch ein Jahr versehen, und währender Zeit privatim, benebst seinem studio, in gedachter Capelle einen guten Anfang zur Instrumental=Music gemacht, und solche hernach theils zu Helmstedt, allwo er Hrn. Dr. Calixo famuliret, theils zu Braunschweig, wo er dem Leib=Medico Dr. Martino Gosky aufgewartet, excoliret. A. 1644. verehligte er sich mit J. Maria, des Bau= und Raths=Meisters zu Halberstadt, Joseph Niemeyers, Tochter, kehrte 1646. in sein Vaterland zurück, erhielte den Organisten=Dienst daselbst, den er bis ins dritte Jahr verwaltet, gieng sodann wieder nach Halberstadt, und erlangte daselbst das Bürger=Recht. Nach dem Tode Johann Ellrichs, wurde er 1650. zum Schulmeister zu Hohenkirchen beruffen. Matric. Waltershus.
  5. Georg Ziegler, zu Hohenkirchen gebohren, wurde 1667. Cantor hieselbst, und nach einem Jahre Mägdeleins=Schulmeister und endlich Cantor zu Friedrichroda. P. II. dieser Samml. 2. St. p. 76.
  6. Balthasar Bohm, stirbt als Schulmeister hieselbst 1676.
  7. Laurentius Ebenritter kam von Georgenthal hieher 1676. und 1684. nach Gierstedt. P. I. dieser Samml. 10. St. p. 64.
  8. Johann Hermann Agricola, wurde vom Schuldienst zu Leina hieher beruffen 1684., verlohr aber allda seinen Dienst. P. II. dieser Samml. 5. St. p. 48.
  9. Johann Heinrich Oschatz, kam von Fischbach hieher und starb hieselbst 1695. Ein mehreres von ihm stehet unter den Schuldienern zu Fischbach.
  10. Georg Melchior ist 1672. den 18. Jun. zu Langenhayn gebohren. Er besuchte die Schule zu Waltershaußen und Gotha, kam in der letzern bi in classem selectam, bate 1693. um einen Schuldienst bey F. Consistorio, wurde examinirt, bestande wohl und wurde 1695. zum Cantorat nach Hohenkirchen befördert.
  11. Johann Caspar Weyda, von Schwabhaußen bürtig, kommt 1689. nach Georgenthal und 1711. nach Hohenkirchen
  12. Friedrich Johann Weyda, des vorigen Sohn, gebohren zu Georgenthal den 15. Jun. 1702. Er hat die Music bey seinem Vater erlernet, auch das Gymnasium zu Gotha frequentiret, war darauf Schuldiener zu Bößleben, und nach 15 Jahren Substitutus seines Vaters, nach dessen Tod er den völligen Dienst überkam, und denselben annoch verwaltet.

Von Organisten und Mägdeleins=Schulmeistern zu Hohenkirchen habe ich folgende gefunden:

  1. Georg Thiel, kam 1650. von hiesigen Organisten=Dienst nach Waltershaußen und wurde Organist daselbst.
  2. Nicolaus Wippert, gebohren zu Hohenkirchen, 1619. allwo sein Vater, gleiches Namens, ein Ackermann war und seine Mutter Ursula Langefeldin von Herrnhof. A. 1645. hat er Hanß Wipperts zu Hohenkirchen Tochter, J. Anna Maria, geheyrathet und 1 Sohn und 5 Töchter erzeuget. A. 1655. ist er zum Schuldienst nach Wipperoda und 1658. zum Mägdeleins=Schuldiener zu Hohenkirchen beruffen worden. Matric. Waltershus.
  3. Johann Reinhardt, ein Sohn des Schulmeisters Caspar Reinhardt zu Mechterstedt, und nachherigen Catoris zu Waltershaußen, und Fr. Margaretha Fischerin, die ihn 1635. den 2. April gebohren hat. Er studirte zu Gotha und Jena und wurde 1668. Mägdeleins=Schuldiener zu Hohenkirchen, hernach 1670. Pfarrer zu Ebenheim. Nach diesem sind die beyden Schulen wieder zusammen gezogen, und keine besonderen Mägdleins=Schulmeister mehr gesetzet worden.


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