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Der „Gotha“ hat wieder seinen Namen

Viele Dinge in unserer Welt wurden nach ihren Erfindern oder Erbauern benannt. Autos manchmal auch nach der Tochter des Erfinders. Wann aber trug schon einmal ein Buch den Namen einer Stadt, wenn sich der Inhalt nicht einmal um die Stadt selbst dreht?

Mit einem Festakt im Ekhof-Theater des Schlosses Friedenstein zu Gotha wurde am 27.06.2015 der erste Band des neuen „Gothaischen Genealogischen Handbuchs“ präsentiert. Eingeladen hatten hierzu der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Deutsches Adelsarchiv Dr. Alfred Prinz v. Schönburg-Hartenstein und der Oberbürgermeister der Stadt Gotha Knut Kreuch.

Anfangs als Taschenkalender herausgegeben, entwickelte sich der „Gotha“ im Laufe von 250 Jahren zum wichtigsten genealogischen Nachschlagewerk des Adels. Nach seinem langjährigen Verlagsort bekam er seinen Namen und machte damit die Residenzstadt Gotha zur Hauptstadt der Genealogie. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Name Gotha mit Rücksicht auf die in Gotha lebende Verlegerfamilie Perthes aus dem Titel verbannt, dennoch war er im Sprachgebrauch immer der „Gotha“ geblieben. Eine lange Tradition wird damit nun wieder unter dem ursprünglichen Namen fortgesetzt.

Die Bedeutung des „Gotha“ für seine Stadt unterstrich Oberbürgermeister Kreuch in einer wahrhaft bühnenreifen Rede, bei der er sich von der historischen Bühnentechnik des Ekhof-Theaters unterstützen ließ. Wer Knut Kreuch kennt, kann sich denken, dass er derartige Unterstützung eigentlich gar nicht nötig hat. Und Themen, die sich um die Geschichte der Stadt und des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha ranken, fallen ihm besonders leicht. So wurde auch der kürzliche Besuch der Queen von ihm eindrucksvoll thematisiert. Als erster Gothaer Bürgermeister seit 1917 bekam Knut Kreuch die Gelegenheit, einen britischen Monarchen zu treffen. Die gothaischen Wurzeln des britischen Herrscherhauses sind nicht nur bei Prince Albert sondern auch bei seiner Frau Queen Victoria zu finden. Beide sind bekanntlich Vorfahren von Queen Elisabeth II.

Gotha-20150627aHerr Henning v. Kopp-Colomb, Oberbürgermeister Knut Kreuch und Dr. Alfred Prinz v. Schönburg-Hartenstein präsentieren den „Gotha“ auf der Bühne des historischen Ekhof-Theaters

Dr. Alfred Prinz v. Schönburg-Hartenstein wiederum widmete sich in seiner Rede der frühen aber auch neueren Geschichte des Genealogischen Handbuchs und klärte über die Arbeit des Adelsrechtsausschusses auf. Aufgrund des heute geltenden Namensrechtes ist bei weitem nicht mehr jeder, der einen adligen Namen trägt auch ein Nachfahre adliger Familien. Da hierdurch auch viel Schwindel mit erkauften oder adoptierten Namen betrieben wird, hat diese Institution ihre Berechtigung und wird z.B. von Standesämtern konsultiert.

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Sektempfang im Schloss Friedenstein

Ehrengäste des Festaktes waren die Chefs der Häuser Sachsen-Coburg und Gotha sowie Sachsen-Weimar-Eisenach. Zusammen mit den größtenteils adligen Gästen waren auch eine Handvoll Genealogen zum Festakt eingeladen. Neben dem Vorsitzenden der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Verbände e.V. Dirk Weissleder waren auch Christian Kirchner und ich von der Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen e.V. unter den Festgästen. Wir haben gemeinsam die Gelegenheit genutzt, auf den kommenden 67. Deutschen Genealogentag 2015 in Gotha aufmerksam zu machen und in weiteren Gesprächen die Zusammenarbeit mit den genealogischen Verbänden des Adels zu vertiefen.

 


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