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KSS II-01-09 Schuldiener in Gossel

Es sind sonsten 2 Schulbediente in Gossel gewesen, der eine hat die Knaben, der andere die Mägdlein besonders unterwiesen und ist dieser letztere zugleich Organist dabey gewesen. Im Jahr 1660. sind noch 2 Schulen daselbst gewesen, nachhero aber ist es geändert und beyde Schulen zusammen gezogen worden, wie es noch heute zu Tage ist. Ich will die Schulbedienten zu Gossel, so wie ich sie in der Ichtershäuser Matricul und sonst in Actis gefunden, nach der Reihe hieher setzen.

  1. D. A. Landmann, er war zu Zeiten des Pfarrers Küsters A. 1581. bey der Kirchen=Erweiterung, Schulmeister zu Gossel, wie die Inscription in der Kirchenmauer, davon oben §. 2 n. 2 Meldung geschehen, besaget.
  2. Elias Thal, war im Schuldienst zu Gossel. A. 1604.
  3. Sebastian Müntzer, war 1612. zu Thörey, im Amte Ichtershausen gelegen, gebohren. Sein Vater hieß Valentin Müntzer, Schulmeister in Thörey, nachhero Pfarrer zu Liebenstein, den Hrn. von Witzleben zugehörig, und seine Mutter Margaretha, Nicolai Zachers, Inwohners in Thörey, Tochter. Nach der Eltern Tod begab er sich aufs Gymnasium zu Gotha, erhielte daselbst bey dem Rathsherrn, Hieron. Ehrlich, freyen Tisch und Quartier, bis er 1634. 14. May als Schuldiener nach Gossel gekommen, 1635. des dasigen Pfarrers, Hrn. Valentin Schröters, Tochter, Namens Christina, geehliget und mit ihr 4 Söhne und 6 Töchter gezeuget, endlich 1647. Schulmeister in Tambach geworden, wie in Matric. Waltershus. zu lesen ist. Einer seiner Söhne, Johann Sebastian, so Collega II. der Schule zu Tambach gewesen, schreibet l. c. Sein Vater sey Schulmeister, hernach Cantor und Collega Superior zu Gossel gewesen.
  4. Heinrich Mahn. Er schreibet von sich selbst: Ich bin gebohren zum Breitenbach, in das Fürstl. Schwartzburgische Amt Gehren gehörig, im Jahr 1597. den 9. Nov. und folgenden Tag von dasigen Pfarrer, Hr. Adolario Möllern, getaufft worden. Mein Vater hat geheissen Hanß Mahn, und meine Mutter Martha. Zum Breitenbach bin ich zeitig und fleißig von meinen Eltern zur Schule gehalten, und sodann A. 1612 nacher Arnstadt in die Schule gebracht worden, allda ich anderthalb Jahr verblieben. Aber weil mein Vater unterdeßen gestorben, nahm mich meine Mutter wieder von der Schule weg und verdingte mich in Breitenbach zu einen Meister, das Büttner=Handwerck zu lernen. Da ich nun 2 Jahre in der Lehre ausgestanden, begab ich mich auf die Wanderschafft, bis ich nach 2 ½ Jahren wieder nach Hauße kam und arbeitete 14 Jahr bey meiner Mutter, bis ich mich in Ehestand begab. Im Jahr 1642. ward ich von der Gemeine zu Rippersroda zum Schuldiener dahin beruffen, dann, nach verrichteter Probe, von Hrn. Ernst Friedrichen und Christian Rudolphen von Witzleben uff Liebenstein nacher Gotha an den Hrn General Superint. D. Sal. Glaßen verschrieben, von selbigen examiniret, und dann auch alsobalden confirmiret. Da ich dann selbigen Schuldienst 6 ½ Jahre versehen, bin ich A. 1648. von der Gosselischen Gemeine hieher begehret, und den 31. Decembr. von Rippersroda anhero gezogen, da ich dann nun in das 11te Jahr der Kirchen und Schulen nach allen Vermögen aufgewartet. Den 25. April 1658. Matric. Ichtershus. Er ist in seinem Alter zu seinem Sohn, Hr. Wolff Heinrich Mahn, Pfarrer und Adjuncto zu Goldbach gezogen, und daselbst 1679. 25. May. im 83. Jahre seines Alters verstorben.
  5. Ambrosius Schott war Mägdleins Schulmeister allda A. 1647. Matric Ichtershus.
  6. Johann Sack, von Goldbach gebürtig, allwo er 1642. 18. Dec. gebohren worden, und sein Vater Petrus Sack, Inwohner daselbst gewesen ist. Nachdem er zu Goldbach und Gotha in die Schule gegangen, ist er 1660. Organist und Collaborator der Schule zu Gossel worden. l. c.
  7. Joh. Caspar Umbreit, war zu Haarhaußen 1642. 2. April gebohren. Sein Vater hieß Johannes und seine Mutter Anna. A. 1660. als das Orgelwerck zu Gossel neuerbauet worden, sollte er Organist daselbst werden. Weil aber die Gemeine einen Organisten haben sollte, der auch zugleich die dritte Classe in der Schule informirte und aus dem Consistorio Johann Sack zur Probe dahin überschickt war, gienge es mit ihm wieder zurück, und er wurde hierauf, als die Gemeine Bittstedt auch ein Orgelwerck bauete, ad interim dahin beruffen, als die Organisten=Stelle zu Gossel 1663. wieder vacant worden, da er dann zu derselben gelanget ist. A. 1666. hat er Hochzeit gehalten mit Jungfer Martha Höpffnerin, Georg Höpffners, Eltesten und Gerichts Schöpffen in Gossel, Tochter, und hat mit derselben 1668. eine Tochter, Namens Anna Catharina, erzeuget. l. c.
  8. Johann Küster war Schuldiener daselbst A. 1672. l. c.
  9. Joh. Martin Ritter, war ein Sohn Valentin Ritters, gewesenen Schuldieners zu Friemar, und seine Mutter hieß Anna Maria Anschützin, die ihn am 23. Jun. 1651. zur Welt gebracht hat. Nachdem er zu Friemar, Großmühlhaußen, und Gotha in die Schule gegeangen, ist er 1676. Schuldiener zu Gossel worden l. c. In Visit. Actis vom Jahr 1708. stehet: Vor diesem sind 2 Schuldiener und 2 Schulen gewesen, nachhero nur eine. Der Schulmeister Ritter hat etwas Besoldung deswegen fallen laßen, damit er die doppelte Schule und Besoldung zusammen bekomme.
  10. Just Hartrodt. Er kam zu Gospiteroda 1670. 25. Jul. auf die Welt. Sein Vater, ein Huffschmidt, hieß Valentin und seine Mutter Anna Wagnerin. Er wurde 1694. Schuldiener zu Gossel und 1702. zu Pfertingsleben, allwo er im April 1720. verstorben. l. c.
  11. Johann Heinrich Weitz. Er kam nach Gossel 1702. und wurde nach Apffelstedt translociret. Ihm folgte
  12. Bernhard Pressel, von Körner gebürtig. Sein Vater hieß Johann Pressel und seine Mutter Anna Elisabetha, Heinrich Milens Tochter. Nachdem er den Catechismum, die Music und etwas Latein erlernet, hat er sich in die Fremde begeben, und 1 Jahr bey Hrn. Joh. Otto von Berlepsch zu Fahrenbach in Hessen, 2 Jahre bey Hrn. Amtmann Carpzov zu Volckenroda. 3 Jahr bey dem Gen. Major und Commandanten von Braunschweig, Hrn. Georg Albrecht von Hering, 3 Jahr bey dem Cammerherrn von Bibra zu Gotha und 2 Jahr bey Hrn. Cammerjuncker von Lüschwitze serviret, bis er 1714. Schulmeister zu Gossel worden. l. c.
  13. Heinrich Ullrich, ist der gegenwärtige Schulmeister allda, welcher A. 1731. zu dem Schuldienst nach Klein=Schmalkalden, A. 1738. aber hieher nach Gossel gekommen ist.

Auszug aus: BRÜCKNER, Johann Georg: “ Sammlung verschiedener Nachrichten zu einer Beschreibungen des Kirchen- und Schulenstaats im Hertzogthum Gotha“, I. Theil, Erstes Stück, Gotha, in Commißion bey Christian Mevius, 1758, IX. Von der lieben Frauen=Kirche und Schule zu Gossel


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