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KSS-II-12-03 Schuldiener in Sättelstädt

Auszug aus BRÜCKNER, Joh. Georg: „Sammlung verschiedener Nachrichten zu einer Beschreibungen des Kirchen- und Schulenstaats im Hertzogthum Gotha, II. Theil, Zwölftes Stück, GOTHA, in Commißion bey Christian Mevius, 1760.“

III. Von der Kirche und Schule zu Settelstedt, Burla und Kälberfeld.

§. 5.
An der Schule zu Sättelstedt haben folgende Schulmeister gearbeitet:
1. Valentin Seyfried, von Sonneborn gebürtig, ist daselbst 1615., laut Visitations=Acten, allwo stehet: Er hat zu Gotha und Magdeburg frequentiret, ist nun 18 Jahre zu Sättelstedt und 40 Jahre alt.
2. Johann Himmel. In denen Visitations-Actis 1647. stehet von ihm. Der Pastor berichtet, der Schulmeister habe sich nicht zu dem Syllaben=Büchlein, so damals auf Anordnung Ernestii Pii an die Schulen eingeführet worden, bequemen wollen, weil etliche böse Syllaben, als wenn es Worte wären, darinnen sich befänden; it. er habe auch nicht die Ziffern den Knaben lehren wollen; sonst wäre er nach seiner Art fleißig, fahre aber bisweilen heraus zum Ungebühr. Der Schulmeister entschuldigte sich hierauf mit dem Alter und daß er keine Besoldung bekomme. Damit die Kälberfelder und Sondraer hören möchten, wenn zur Kirche geläutet werde, so ist befohlen worden, daß die große Glocke zum erstenmahl, die mittlere zum andernmahl und dann mit beyden zusammen geschlagen werden.
3. Georg Zahn. Er kam 1653. von Wahlwinckel hieher. Ein mehreres kommt vor unter den Schuldienern zu Wahlwinckel.
4. Christian Zahn, ein Vetter des vorigen, ist zu Wahlwinckel 1648. gebohren. Sein Vater hieß Philipp Zahn, Schuldiener daselbst und hernach Organist und Schul=Collega zu Creutzburg 22 Jahr; die Mutter aber Anna Justina Poppin von Ohrdruff gebürtig. Er gieng fleißig in die Schule, legte sich anbey auf die Schreiberey, wartete hierauf etlichen vornehmen Personen auf zu Schotten und Nidda; wurde von dar 1667. an Salmischen Hof recommendirt nach Rödelheim zu einem Küchschreiber und Organisten, resignirte aber 1670. und wurde Stadtschreiber und Organist zu Gräbenau im Heßischen, darauf 1673. Schuldiener zu Iffta im Eisenachischen, dann zu Wenigen=Lupnitz. A. 1674. heyrathete er J. Anna Christina, des Burgemeisters zu Creutzburg, Hrn. Simon Crollens, Tochter, zeugte mit ihr 4 Söhne und 2 Töchter und wurde 1684. Schuldiener zu Sättelstedt.
5. Valentin Gasterstedt kam zu Ebenhaußen auf die Welt 1682. allwo sein Vater, Dietrich Gasterstedt, ein Ackermann und Gerichtsschöpff war, und seine Mutter hieß Margaretha, Hanß Kleyens daselbst, Tochter. Anno 1707. heyrathete er Maria Dorothea, des Schuldieners zu Mechterstedt, Joh. Möllers, Wittwe, Siegm. Adam Zerbstens, Schuldieners zu Großen=Lupnitz, Tochter, der ein Bruder Hrn. Gen. Superint. Zerbsten zu Eisenach war. Er zeugte 2 Söhne und 2 Töchter, wurde 1718. Schuldiener zu Sättelstedt. Matric. Friedrichrod.
6. Johann Martin Hartung, vorhero Schuldiener zu Herrenhof 1727. dann zu Ulleben 1730. von wannen er hieher und von hier nach Sättelstedt, und endlich zum Cantorat nach Sonneborn translociret worden.
7. Johann Ortlepp, kommt an des vorigen Stelle hieher.
8. Johann Michael Hartung, gebohren zu Haarhaußen den 27. Aug. 1717. Sein Vater war Mstr. Johann Michael Hartung, Metzger und Koch daselbst, die Mutter Barbara Maria, eine gebohrne Eschnerin. Er wurde anfangs zum Schuldiener nach Kälberfeld ernennet. Nachdem er 13 Jahr daselbst gewesen, wurde er als Schuldiener hieher versetzet, und verwaltet den Dienst annoch. A. 1740. trat er in den Ehestand mit Anna Catharina, des Wangenheimischen Pachters zu Winterstein, Johann Caspar Bernhards, jüngste Tochter.


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